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Maître du marteau

für Flöte/ Sprechstimme, Klarinette, Klavier/ Sprechstimme, zwei Sprechstimmen und Video

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Entstehungsjahr

2012

Dauer

13 min

Besetzung

Flöte/ Sprechstimme, Klarinette in B, Klavier/ Sprechstimme, zwei Sprechstimmen

Uraufführung

Sylvie Lacroix, Flöte/ Sprechstimme, Reinhold Brunner, Klarinette, Otto Probst, Klavier/ Sprechstimme, Adina Dumitrescu, Sprechstimme, Maria Magdalena, Sprechstimme, Dana Cristina Probst, Video; Komponistenporträt, Wien - ÖNB, Palais Mollard, Musiksalon, 08.10.2012

Beauftragt von

Projekt "Der Klang Brâncuși". Gefördert durch das Österreichische Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur BMUKK


Einführungstext

Ich habe das Stück Maître du marteau für das Projekt „Der Klang Brâncuşi“ komponiert. „Der Klang Brâncuşi“ – eine Zusammenarbeit von vier aus Rumänien stammenden Komponistinnen und der Flötistin Sylvie Lacroix – ist ein Projekt mit zeitgenössischer Musik und medialen Elementen, inspiriert von Werk und Leben des Bildhauers Constantin Brâncuşi (geboren 1876 in Hobiţa, Rumänien – gestorben 1957 in Paris).
Es ist bekannt, wie wichtig Musik für diesen Begründer der modernen Bildhauerei war. Er spielte fluier (das ist eine Art Holzflöte), Geige und Kontrabass und war zugleich ein sensibler Zuhörer. Diese Beziehung des Bildhauers zur Musik möchte ich mit meinem Werk hervorheben.
Das Jahr 1907 stellt ein wichtiger Wendepunkt in dem künstlerischen Werdegang von Brâncuşi dar. Es geht um das „taille direct“ Verfahren - eine Technik, die Rodin, sein Meister für eine kurze Zeitperiode, nicht verwendet hat und die Brâncuşi zur neuen Formen und Themen bringt. Nicht nur der Dialog mit dem Material auf diesem neuen Weg war für ihn wichtig, sondern auch die konkrete physische Arbeit des Bildhauers: das Atmen, der Rhythmus der Hammerschläge. Davon inspiriert, habe ich versucht, etwa in diesen von Brâncuşi „chemin de Damas“ benannten Moment hineinzuspüren.
Die Hammerschläge sind bei mir die ausgesprochenen Wortsilben. Sie entstehen langsam aus dem Vorlesen von fünf verschiedenen Texten, die fast alle im Jahre 1907 geschrieben worden sind. Die Autoren oder das Objekt des Schreibens gehörten zum Freundenkreis von Brâncuşi oder sie waren bedeutende Persönlichkeiten der Zeit: James Joyce mit Chamber Music, Henri Bergson mit L'évolution créatrice, Anne de Noailles mit L’Éblouissements, Rainer Maria Rilke mit Auguste Rodin und Pablo Piccaso mit Les Demoiselles d’Avignon. Dazu kommen Motive aus einem Klavierstück von Erik Satie, der mit Constantin Brâncuşi eng befreundet war. In den projizierten Bildern sind Werke von Brâncuşi zu sehen, die in diesem Verfahren entstanden sind. Die Reihenfolge ist chronologisch: von den Spätwerken zurück zu denen, die zu den ersten direkt behauenen Skulpturen gehören.


Kritiken

Konzertporträt von und mit Dana Cristina Probst

Music Austria, Mi 10.10.2012,16.28

"...Auch die Uraufführung am Ende des Programms („Maître du marteau II“ für Sprechstimmen, Flöte, Klarinette, Klavier und Video) ist Teil des Brâncuşi-Projekts. Claus-Christian Schuster erinnerte sich wie viele andere Musikfreunde an das berühmte „Le marteau sans maître“ von Pierre Boulez. Für Dana Cristina Probst hingegen ist der „Marteau“ als Bildhauerhammer wichtig für die konkrete physische Arbeit eines Bildhauers. Diese Hammerschläge entstehen in der Musik langsam zu Beginn, während der ersten vier Minuten des Stücks, aus dem Vorlesen von Texten, die – fast alle im Jahr 1907 geschrieben – aus der Hand von Freunden von Brâncuşi stammen. Es handelt sich um James Joyce, Henri Bergson, Anne de Noailles, Rainer Maria Rilke und Pablo Picasso. Später kommen Motive aus einem Klavierstück von Erik Satie hinzu. Nicht genug damit, werden auch einige wenige Fotografien von wichtigen Skulpturen Brâncuşis („Der Kuss“, „Der Schlaf“ u. a.) von einem Video projiziert. Tatsächlich gelingt es Probst, das Atmen, den Rhythmus der Hammerschläge, in eine durch Sprache ergänzte Musik zu bannen."

Heinz Rögl

Mehr: http://www.musicaustria.at/magazin/neue-musik/artikel-berichte/konzertportraet-von-und-mit-dana-cristina-probst

Partitur

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